Alfred Serenius Jensen

Ein Schiff mit einem grünen Rumpf und drei Mann an Deck fährt bei rauem Wind von zirka sechs Windstärken auf eine Küstenlandschaft mit einer Hafenstadt zu. Wahrscheinlich ist es Helsingør am Øresund. Dazu paßt auch die dänische Flagge im Top. Darunter befinden sich Signalflaggen. Bei einem historischen Segelschiff konnten mehrere Signalflaggen als Signalgruppe gesetzt werden – beispielsweise zur Identifikation des Schiffes, für nautische Meldungen oder zur Kommunikation. Sie wurden nicht nach dem später standardisierten Internationalen Code of Signals verwendet. Das Schiff fährt Richtung Küste. Das Meer ist bewegt und der Himmel zeigt eine starke Bewölkung. Am Horizont ist eine graue, abziehende Regenfront zu sehen.


Der dänische Marinemaler Jensen fuhr nach dem Besuch der „Bürgerschule“ in Hamburg mit 14 Jahren zur See. 1874-83 war er auf dänischen Schonern und Hamburger Großseglern als Seemann unterwegs und fuhr nach Afrika, Australien und Asien. 1884-1885 studierte er bei Heinrich Leitner (1842-1913) in Hamburg, fuhr danach wieder zur See und setzte 1897 das Studium an der Akademie in Kassel unter Friedrich Emil Neumann (1842-1903) fort. Anschließend war Jensen wieder in Hamburg ansässig, wo er als Marinemaler und als Professor an der staatlichen Kunstgewerbeschule arbeitete, die 1896 gegründet wurde. 1898 -1908 hielt er sich während der Sommermonate zu Studienzwecken in Cuxhaven auf und präsentierte in „Balssens Seepavillon“ Gemälde für eine Verkaufsausstellung. Jensen fertigte während seiner Zeit auf See Zeichnungen und Gemälde, Schiffsporträts, sowie Sonnenauf- und Untergänge an. Er berücksichtigte in seinen Darstellungen vor allem Atmosphäre und Licht über dem Meer.

Alfred Serenius Jensen (Randers 1859 – Hamburg 1935)

Gaffelschoner, o.J.

Öl auf Leinwand

99 x 70 cm

Signiert u.l. rot, Alfred Jensen Prof.

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